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Graphologie

Schriftlehre, engl: graphology

Die Graphologie ist die Lehre von der Handschriftdeutung (griech. graphein, schreiben; logos, Lehre). Sie versucht aus der Handschrift Erkenntnisse zu Persönlichkeitsmerkmalen Motiven und Fähigkeiten des Schreibenden abzuleiten, wie etwa Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Geiz, sexuelle Orientierung, Leistungsbereitschaft, Temperament, Intelligenz und soziale Kompetenz.

Handschriften sind individuell sehr verschieden und dies ermöglicht, einen handschriftlichen Text seinem Verfasser zuzuordnen. Es wird auch angenommen, dass die individuelle Ausprägung der Handschrift durch die Persönlichkeit des Verfassers bestimmt sei. Auf dieser Idee basiert der Einsatz der Graphologie in der Eignungsdiagnostik. Für diese Idee gibt es aber keine wissenschaftlichen Belege. Studien erbrachten, dass man sich zwar schnell darauf einigen kann, wie denn ein bestimmtes Schriftmerkmal in Bezug zur Persönlichkeit wohl zu deuten sei. Entsprechende tasächliche Zusammenhänge können aber in empirischen Studien nicht gefunden werden. Darum ist eine Verwendung der Graphologie für die Eignungs- und Managementdiagnostik abzulehnen.
Tatsächlich wird sie auch immer seltener hierfür eingesetzt. Im Jahr 2007 gaben nur 2,4 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie bei der Personalauswahl graphologische Gutachten verwenden.

Literatur:

Halder-Sinn, P. (1993). Graphologie erneut durchgefallen. Bemerkungen zu einer aktuellen Bestandsaufnahme: „The Write Stuff“. Skeptiker 2/93, S. 43.
Heinze, B. (1972). Faktoren der Handschrift, Persönlichkeit, Interessenrichtung und Leistung. Hamburg: Dissertation, Universität Hamburg.
Kanning, U. (2010). Von Schädeldeutern und anderen Scharlatanen. Warnung vor unseriösen Methoden zur Eignungs- und Psychodiagnostik. Lengerich: Pabst.
Schuler, H.; Hell, B.; Trapmann, S.; Schaar, H.; Boramir, I. (2007). Die Nutzung psychologischer Verfahren der externen Personalauswahl in deutschen Unternehmen. Ein Vergleich über 20 Jahre. In: Zeitschrift für Personalpsychologie, 6(2), S. 60-70.

Video:

Prof. Uwe Kanning: Mythos Graphologie - Was ist dran an der Handschriftendeutung


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