Eine Leistungsbeurteilung ist die mehr oder weniger standardisierte und kontinuierliche Beurteilung der beruflichen Leistungen, die ein Mitarbeiter während einer vorangegangenen Leistungsperiode (üblicherweise während der letzten 12 Monate) gezeigt hat.
Übliche Beurteilungsbögen umfassen acht bis zwölf Leistungsdimensionen oder Einschätzskalen. Ihre Abstufungen sind verbal verankert. Leistungsbeurteilungen sollten immer in ein Mitarbeitergespräch eingebettet sein. Für die Leistungsbeurteilung werden ergebnis- und verhaltensorientierte Leistungsindikatoren benutzt:
Ergebnisorientierte Indikatoren
zielen auf die Arbeitsergebnisse eines Positionsinhabers.
Beispiele sind
- der Ertrag, den ein Produktmanager mit seinem Produkt erwirtschaftet hat
- die Anzahl der Kunden, die ein Akquisiteur neu gewinnen konnte
- die Anzahl der produzierten Werkstücke eines Akkordarbeiters
Sie sind meist gut feststellbar, aber meist auch nicht allein vom Beurteilten beeinflusst (Kriterienkontamination). Zudem bieten sie meist keine Hinweise auf Verhaltensfehler und damit verbundene Verbesserungsmöglichkeiten.
Verhaltensorientierte Indikatoren
zielen auf das beobachtbare berufliche Verhalten. Sie reflektieren die
Verhaltenserwartungen, die an einen Positionsinhaber gestellt werden.
Eine Führungskraft erfüllt z. B. eine Verhaltenserwartung, wenn sie ihren Mitarbeitern alle wichtigen Informationen
zur Verfügung stellt, die diese für ihre Aufgabenerledigung benötigen.
Verhaltensorientierte Indikatoren bieten eine gute Basis für ursachenorientiertes Feedback. Damit sind sie auch ein
Schlüssel zu Verbesserungen. Ihre Anwendung ist aber aufwändiger als nur nach Ergebnissen zu schauen.
Die implizite Vorgabe eines Idealverhaltens und die Verhaltenskontrolle
kann bei falschem Vorgehen als einengend und bevormundend empfunden werden.
Die Einführung eines formal geregelten Beurteilungssystems ist ein umfassendes Projekt, bei dem schnell Konflikte und andere Schwierigkeiten auftreten können. Erfolgsfaktoren sind u. a. die Beteiligung aller Betroffenen, die Beachtung der Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates sowie der individuellen Arbeitnehmerrechte und die ständige Pflege des Systems bis zur Revision. Wir beraten Sie gerne!
siehe auch:
Zielvereinbarung
Checkliste Zielvereinbarungsgespräch
Beratung:
Gerne beraten wir Sie bei der Konzeption und Einführung eines Leistungsbeurteilungssystems.
Senden Sie uns eine kurze Email und vereinbaren Sie mit uns ein unverbindliches Vorgespräch!
Literatur:
Bernardin, H.J & Beatty, R.W. (1984). Performance Appraisal: Assessing human behaviour at work. Boston: Kent.
Marcus, B. & Schuler, H. (2006). Leistungsbeurteilung. In H. Schuler (Hrsg.), Lehrbuch der Personalpsychologie
(2. Aufl.; S. 433-470). Göttingen: Hogrefe.
Schuler, H. (2004). Beurteilung und Förderung beruflicher Leistung (2. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.

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