Adaptiver Test

engl: adaptive test

Flexibler Testprozess, dessen individueller Verlauf durch die Qualität der Reaktionen eines Testprobanden auf die jeweils vorgelegten Items (Aufgaben oder Fragen) gesteuert wird.

Es werden stets solche Items dargeboten, die dem aktuell angenommenen Leistungsniveau des Probanden entsprechen. Löst der Proband das erste Item richtig, wird als nächste ein schwereres Item vorgegeben. Ist seine erste Lösung falsch, bekommt er als nächstes Item ein leichteres. Die Auswahl des nächsten Items wird also anhand der Ergebnisse bei den vorangegangenen Items gesteuert. Der Vorteil adaptiver Tests ist der geringe Aufwand beim Testen: Der einzelne Proband bearbeitet nur einen geringen Teil der zur Verfügung stehenden Items. Er braucht nur diejenigen Items bearbeiten, die zur Messung seines individuellen Leistungsniveaus relevant sind.
Allerdings muss der Test eine relativ große Zahl an gut untersuchten Aufgaben vorhalten, von denen bekannt ist, welches Leistungsniveau sie repräsentieren. Meist werden adaptive Tests per PC vorgegeben.

In Assessment- Rollensimulationen ist es analog mäglich, das weitere Vorgehen dynamisch an das bisher gezeigte Kompetenzniveau des Kandidaten anzupassen und z. B. im zweiten Teil als Rollenspieler schwierigere Signale (Kompetenzevokatoren) zu senden, auf die der Kandidat reagieren soll. So kann der Rollenspieler beispielsweise schwerer zu entkräftende Einwände gegen Forderungen bringen, nachdem die Beobachter gesehen haben, dass ein Kandidat leichte Einwände gut entkräften kann. Auf diese Weise wird es mäglich, das genaue Kompetenzniveau eines Kandidaten im Sinne adaptiven Testens enger einzugrenzen. Dadurch kann zwar die Vergleichbarkeit von Rollensimulationen und den Ergebnissen verschiedener Kandidaten reduziert werden, ein solches Vorgehen hat vor allem dann deutlich mehr Vor- als Nachteile, wenn es darum geht, individuellen Bedarf an Personalentwicklung zu erheben.

Literatur:

Kubinger, K.D. (1996). Einführung in die Psychologische Diagnostik (2. Aufl.). Weinheim: Beltz PVU.

Kubinger, K.D. (Hrsg.). (1989). Moderne Testtheorie - Ein Abriss samt neuesten Beiträgen (2. Aufl.). Weinheim: Beltz.

Van der Linden, W.J. & Glas, G.A.W. (Eds.). (2000). Computerized Adaptive Testing: Theory and Practice. St. Paul (MN): Assessment Systems Corporation.


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