Klassische Testtheorie

engl: classical test theory

Die grundlegende Idee der klassischen Testtheorie ist, davon auszugehen, dass jede Messwert fehlerbehaftet ist. Im günstigen Fall liegt ein Messwert in der Nähe des Wertes, der die tatsächliche Ausprägung eine Merkmales repräsentieren würde. Dieser tatsächliche Wert wird bei Messungen so gut wie nie getroffen.

Die klassische Testtheorie bilet die Grundlage für die meisten psychodiagnostischen Verfahren und psychometrischen Messungen. Mit Ihrer Hilfe läßt sich bestimmen, wie genau eine Messung ist und wie gut man Messwerten vertrauen kann. Sie besteht aus fünf Axiomen (Grundannahmen):

1. Jeder Testwert beinhaltet den Wahren Wert plus einen Messfehler.
    Der Messfehler ergibt sich zufällig.

X= T + e

X: Messwert
T: wahrer Wert, entspricht der tatsächlichen Ausprägung des Merkmals
     (z.B. Persönlichkeitseigenschaft)
e: Messfehler (error)

2. Führt man mehrere Messungen durch, ist die Summe und der Mittelwert der Messfehler Null. Der Erwartungswert des Messfehlers ist damit ebenfalls Null.
∑e = Me = ∈e = 0

3. Der Messfehler korreliert nicht mit dem wahren Wert.
ρ(T,e)= 0

4. Wahrer Wert und Fehlerwert zweier verschiedener Tests korrelieren nicht miteinander.
ρ(TTest1,ETest2) = 0

5. Fehlerwerte von zwei verschiedenen Tests korrelieren nicht miteinander.
ρ(eTest1,eTest2) = 0


Literatur:
Lienert, G.A. & Raatz, U. (1998). Testaufbau und Testanalyse (6. Aufl.). Weinheim: Beltz PVU.
Moosbrugger, H.& Kelava, A., (2007).: Testtheorie und Fragebogenkonstruktion. Heidelberg: Springer.
Rost, J. (2004). Lehrbuch Testtheorie-Testkonstruktion. Bern: Huber.


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