Stellenbeschreibung

auch: Arbeitsplatzbeschreibung, Funktionsbeschreibung
engl: job description

In einer Stellenbeschreibung werden die mit einer Stelle verbundenen Ziele, Aufgaben und Kompetenzen, sowie die Beziehungen zu anderen Stellen definiert.

Stellenbeschreibungen werden sehr unterschiedlich verfasst.
Typische Aspekte und Inhalte sind:

  • Titel der Stelle, Stellenbezeichnung
  • Einordnung der Stelle in die Unternehmensorganisation
  • Leitungsbereich, Abteilung
  • Vorgesetzter des Stelleninhabers
  • Unmittelbar unterstellte Mitarbeiter
  • Stellvertretung
  • Beschreibung der Tätigkeiten
    • Ziele, Hauptaufgabe der Stelleninhaber
    • Aufgaben (Führungsaufgaben, Fachaufgaben, besondere Aufgaben
      und personenbezogene Aufgaben)
    • Kompetenzen und Pflichten, Abgrenzung der Verantwortlichkeiten
    • Schnittstellenpartner, Zusammenarbeit mit, Beziehungen zu anderen Stellen
  • Anforderungen an den Stelleninhaber (Ausbildung, Beruf, Erfahrung, notwendige Spezialkenntnisse...)
  • Einstufung der Funktion, Angaben zur Vergütung (Lohn- oder Gehaltsgruppe)
  • Rahmenbedingungen (Mitarbeiter, Budget, etc.)
  • Beteiligung an Gremien
  • Arbeitsort, Arbeitszeit
  • Physische und psychische Beanspruchungen, Umgebungsbedingungen
  • kritische Ereignisse (critical incidents)
  • Sachlich-organisatorische Angaben
    (z.B. Verteiler, nächste Überprüfung, Unterschriften)

Mit Stellenbeschreibungen sollen u.a. folgende Ziele erreicht werden:

  • Mehr Transparenz
  • Verbesserung der Organisationsstrukturen
  • Erleichterung der Stellenbesetzung
  • Erleichterung der Kontrolle und Beurteilung
  • Steigerung der Arbeitszufriedenheit
  • Steigerung der Motivation

Stellenbeschreibungen definieren immer nur einen aktuellen Zustand und sollten mit zeitlichem Abstand oder bei deutlichen Änderungen in der Organisation überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden. Sie dienen der Kommunikation von Erwartungen gegenüber bestehenden und zukünftigen Mitarbeitern. Im Erstellungsprozess, sollte man sie mit den aktuellen Stelleninhabern besprechen; dies fördert ihre Realitätsnähe sowie ihre Akzeptanz und Wirkung.

Vorteile von Stellenbeschreibungen:

  • Vorbeugen von Missverständnissen
  • Verhinderung von Kompetenzschwierigkeiten, Rechte, Pflichten, Nachgeordnete und Vorgesetzte sind bekannt
  • Wird es notwendig, eine Stelle neu zu besetzen, liegen bereits alle Informationen für eine konkrete Stellenausschreibung vor
  • Reibungsloseres Einarbeiten neuer Mitarbeiter

Nachteile von Stellenbeschreibungen:

  • Mitarbeiter fixieren sich auf die beschriebenen Tätigkeiten; dadurch kann die Motivation sinken
  • Zeit- und Organisationsaufwendig
  • Um die Aktualität zu gewährleisten, ist eine regelmäßige Überarbeitung notwendig

Siehe auch:
Anforderungsanalyse
Anforderungsanalyseworkshop
Checkliste zur Anforderungsanalyse anhand kritischer Ereignisse
Leitfaden zur Anforderungsanalyse anhand der Positionsziele


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Links:

O*NET: US-Datenbank mit Anforderungen / Begriffen zur Beschreibung beruflicher Tätigkeiten
Berufsprofile für Ingenieure der VDI-Nachrichten
Berufenet: Deutsche Datenbank mit über 3000 ausführlichen Beschreibungen inkl. Anforderungen zu zahlreichen Berufen
DISCO: Europäisches Wörterbuch der Qualifikationen und Kompetenzen

Literatur:

Gael, S. (Ed.) (1988). The job analysis handbook for business, industry, and government. New York: Wiley.
Klug, A. (2006). Treffsicherheit erhöhen - Analyse und Simulation von Anforderungen.
Persorama- Magazin der schweizerischen Gesellschaft für Human Ressources Management HR Swiss, 2, S.14-19. -> hier als pdf zum Download.
Schuler, H. (2006). Arbeits- und Anforderungsanalyse. In H. Schuler (Hrsg.), Lehrbuch der Personalpsychologie (2. Aufl.; S. 45-68). Göttingen: Hogrefe.
Schulte-Zurhausen, M. (2002). Organisation. München: Vahlen. S. 488-493.
Ulmer, G. (2001). Stellenbeschreibungen als Führungsinstrument. Wien: Ueberreuter.

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